Frauenspurenweg                     Die unbekannte Brauerin 

 

Unser Brauteilhaus

Waaggasse 27 in Freistadt 

wird die  2. Station dieses Weges

und weist auf die Geschichte der 

Unbekannten Brauerin hin ! 

 

 

live on AIR im Freien Radio Freistadt >>>> https://cba.media/782097

 

 

 

Infos auf der homepage: www.fraustadt-freistadt.at

 

Die Frauenministerin Eva - Maria Holzleitner eröffnete den neuen Themenweg " Frauenspuren " in der Altstadt von Freistadt.

 

Frauenspuren - 8 Gedenktafeln sollen uns an die bedeutenden Leistungen dieser ausgewählten Frauen erinnern.

 

Unser Brauteilhaus ist der

" Unbekannten Brauerin " gewidmet.

 

Das Bierbrauen war einst Frauenhandwerk, da es der Küche zugeordnet war.

Erst später wurde die kommerzielle Vermarktung

" Männersache ".

Die Geschichte kann mittels QR Code auf der Haustafel abgefragt werden.

 

 

Wir freuen uns sehr mit dabei zu sein und damit die 

Frauengeschichte in Freistadt zu prägen.

 

Werner und Manuela Eibensteiner 

Heidi Pöschko

Katharina Rotschne 

 

Fotos:  Alexandra Grill

 

 

 

 

Eröffnungsrede Katharina Rotschne 

 

Die unbekannte Brauerin I Haus Waaggasse 27

 

Wir stehen vor dem Haus Waaggasse 27, unsere Frauenspurenstation zur unbekannten Brauerin.

Vielen Dank an Manuela und Werner Eibensteiner für die Möglichkeit - mir würde dafür kein besseres Haus in der Innenstadt einfallen!

 

Das Altstadthaus wurde erstmals 1397 urkundlich erwähnt.

Die Künstlerin Manuela Eibensteiner betreibt seit 2014 in diesem ehemaligen Brauhaus eine Galerie mit Atelier. Hier befinden sich der ehemalige Theatersaal der Stadt im 2. Stock und das historische Braumeisterstüberl.

 

Auch der letzte von ehemals fünf Bierbraubrunnen ist hier zu finden. Der diente während der beiden großen Stadtbrände im 16. Jahrhundert als wichtiger Löschbrunnen.

 

2017 erhielt Manuela den Regionalitätspreis in der Sparte Tourismus. Seither wird der Brauteil des Altstadthauses regelmäßig für Kunst & Genuss geöffnet, denn hier

verbinden sich Braukunst & altes Handwerk.

 

 

Wo könnte man die wichtige Tätigkeit der Bierbrauerin also besser verorten?

Bier war in vielen Gegenden Europas das wichtigste Volksgetränk und galt als das flüssige Brot. Das Brauen war genau wie das Brotbacken alltägliche Hausarbeit, weshalb es seit der Entstehung im alten Mesopotamien ca. 5000 v. Chr. Frauendomäne war – und zwar bis ins späte Mittelalter hinein. Die Universalgelehrte Hildegard von Bingen oder auch die Reformatorin Katharina von Bora waren erfahrene Brauerinnen, wie wir heute wissen.

Gebraut wurde zu Hause für den Eigenbedarf, aber auch zum Weiterverkauf.

 

Dies bot den Frauen eine wichtige Möglichkeit zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit. Sie verkauften ihr Selbstgebrautes an die Leutgebschaften und auf Märkten. Das Gebräu wurde direkt aus dem Kessel ausgeschenkt.

1363 verlieh Erzherzog Rudolf IV – nicht zu Unrecht mit dem Beinamen “der Stifter“ belegt – der Stadt Freistadt das Meilenrecht.

 

Im Umkreis einer deutschen Meile durfte nur Bier ausgeschenkt werden, das auch in Freistadt gebraut worden war. Für kurze Zeit hielten die Freistädter Brauerinnen so das Monopol auf das Bierbrauen und den Handel, womit sie einen wesentlichen Teil des Familieneinkommens erwirtschaftet haben.

 

Aber die Zeit spielte gegen uns Frauen.

Im späten Mittelalter wandelte sich das Brauen vom häuslichen Handwerk zu einem reglementierten Zunftberuf. Mit der Industrialisierung wurden Frauen endgültig von den Männern verdrängt.

 

 

Die unbekannte Brauerin, die wir bei den Frauenspuren Freistadt kennenlernen, steht stellvertretend für die weibliche Arbeitskraft, die die Gesellschaft mitgestaltet und mitgeprägt hat, aber so oft in der Geschichte unterwähnt bleibt.

Bierwissen:

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© Manuela Eibensteiner